Schwanewede/Schwandorf. Neun erlebnisreiche Tage verbrachten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schwanewede bei ihrer diesjährigen Sommerfreizeit in Schwandorf in der Oberpfalz. Der Kontakt für diese Freizeitmaßnahme kam über unseren ehemaligen Betreuer Harm Dreyer zustande so dass 29 Mitglieder und Betreuer am 28. Juli die Reise nach Bayern antraten. Nach 6 ½ Stunden Bahnfahrt hieß es erst einmal auf dem Gelände der dortigen Wasserwacht direkt an der Naab die Zelte aufbauen und die Schlafplätze einrichten.
Nachdem die Zelte standen und alles verstaut war wurden wir durch den
Stadtbrand- Inspektor Rudi Furtwengler, dem Kommandanten Christian
Schwendner und dem Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Schwandorf
Andreas Hohler aufs herzlichste begrüßt. Im Anschluss ging es dann
direkt auf das laufende Sommerfest der Feuerwehr Schwandorf, das mit
rund 1.000 Besuchern sehr gut von der dortigen Bevölkerung angenommen
wurde.
Die erste Nacht auf dem Zeltlager war standesgemäß sehr unruhig, weil
das erlebte des Tages verarbeitet werden musste und das Schlafen in den
Gruppenzelten schließlich auch etwas Besonderes ist. Am nächsten Morgen
hieß es dann halbwegs ausschlafen und Frühstück unter freiem Himmel, was
dann auch täglich die gemacht wurde. In der Freizeit danach wurde die
Stadt erkundet, da rund um den Jacobi-Markt auch die Geschäfte in der
Stadt geöffnet hatten. Am Nachmittag gab es eine Führung durch das
Feuerwehrhaus und die Jugendlichen konnten sich ein näheres Bild über
die vorhandene Technik machen. Am Abend wurde dann das erste Mal das
Lagerfeuer entzündet, was dann bis zum letzten Tag ein tägliches Ritual
wurde. Auch Stockbrot wurde über dem Lagerfeuer gebacken, was eine
gewisse Romantik vermittelt.
Am Montag stand dann das erste Highlight auf dem Programm, es nach dem
Frühstück zur Kartbahn nach Wackersdorf, eine der größten Kartbahnen in
Deutschland. Auf dieser Kartbahn, die im Außenbereich eine Streckenlänge
von rund 1,3 Kilometern hat, kommt der siebenmalige Formel 1
Weltmeister Michael Schumacher 1-2 Mal im Jahr vorbei um seine Runden
dort zu drehen. Bedingt dadurch dass wir auch jüngere Teilnehmer hatten
sind wir auf die Indoor-Bahn gegangen, die mit einer Streckenlänge von
rund 650 Metern auch noch sehr anspruchsvoll war. Aufgeteilt in 3
Gruppen konnte jede Gruppe 20 Minuten ihre Runden drehen. Da jede Gruppe
nach ihrem Stint eine detaillierte Auswertung der Rundenzeiten erhielt
konnten wir auch einen Gesamtsieger ermitteln. Im Anschluss ging es dann
auf die Minigolfanlage nach Irlaching. Hier konnten die Jugendlichen
und Betreuer ihr Geschick im Umgang mit Schläger und Ball beweisen und
nach einem zünftigen Mittagessen zurück ins Lager. Die freie Zeit wurde
ausgiebig genutzt um ein erfrischendes Bad in der Naab zu nehmen. Am
Abend ging es dann unter die Stadt zu einer Führung in den
Felsenkellern. Die Geschichte dieser Kellerräume geht bis in des 15.
Jahrhundert zurück. Da sich in den Kellern konstante Temperaturen
zwischen 6 und 8 Grad Celsius herrschen wurden, nutzen die Schwandorfer
Handwerker die Räume zum kühlen des frisch gebrauten Bieres. Das
heutzutage bestehende Labyrinth ist 3 Spitzbuben zu verdanken die die
einzelnen Räume miteinander verbunden haben. Kurz vor Ende des 2.
Weltkrieges dienten die Felsenkeller rund 6.000 Menschen als Schutz vor
den Luftangriffen der Alliierten, denn in der Nacht zum 17. April wurde
Schwandorf bei einem Luftangriff innerhalb von 15 Minuten größtenteils
zerstört.
Am nächsten Tag mussten dann auch wieder Runden gedreht werden, nur
diesmal bestand der Untergrund aus Wasser und selbiges musste mit Skiern
befahren werden. An der Wasserskianlage in Steinberg am See drehten wir
unsere Runden, der eine mehr der andere weniger, trotzdem machte dieses
Event allen Teilnehmern Riesenspaß. Zur Erholung ging es danach noch an
den Strand um die angespannten Muskeln zu lockern. Am Abend gab es dann
das nächste Highlight, der Stadtrat Ferdi Eraslan hat uns einen
kompletten Dönerspieß zur Verfügung gestellt und ließ es sich auch nicht
nehmen für jeden Teilnehmer und einigen Mitgliedern der Feuerwehr
Schwandorf die Döner selbst zuzubereiten. Sein Bestreben ist es
engagierten Jugendorganisationen wie der Jugendfeuerwehr durch solche
Aktionen seinen Dank auszudrücken.
Nach einem Ruhetag ging es dann am Donnerstagmorgen ins Freibad.
Ausgiebig wurden alle Rutschen getestet, das Solebad zur Entspannung
genutzt und das Beachvolleyfeld belagert. Am Abend wurde es dann für 13
Jungen und Mädchen ernst. Als erste Jugendfeuerwehr des Landkreises
Osterholz traten sie zur Abnahme des bayrischen Leistungsabzeichens an.
Es galt 10 praktische Übungselemente zu absolvieren und im Anschluss
noch ein theoretischer Test mit 10 Fragen zu beantworten. Dank der guten
Vorbereitung durch Rudi Furtwengler konnten alle zur Prüfung
angetretenen Jugendlichen die Auszeichnung in Empfang nehmen.
Am vorletzten Tag wurde dann nochmal richtig Fahrt aufgenommen, es zum
Monte Kaolino nach Hirschau. Einem 150 hohen Abraumberg der zum
Erholungsgebiet umfunktioniert wurde. Auf selbigen wurde auch eine
Sommerrodelbahn installiert und nun von uns ausgiebig getestet. Unser
Fazit: nach einer 250 langen Auffahrt auf die 150 Meter gab es Adrenalin
pur, 45 Grad Steilkurven, Wellen und Kreisel machen die Rodelbahn und
die 1.000 Meter lange Abfahrt zu einem echten Erlebnis.
Am letzten Tag folgten wir dann der Einladung der Kreisjugendfeuerwehr
Schwandorf zum Kreiszeltlager nach Bruck. Dort nahmen wir am
Völkerballturnier und Sautrogrennen teil und lösten unseren Wimpel
abends auf der Bühne wieder ein. Erschöpft von dem Erlebten hieß es
dann am Sonntag Koffer packen, Zelte abbauen und die Heimreise
anzutreten. Der ein oder andere wäre mit Sicherheit noch gerne ein paar
Tage länger geblieben um die entstandenen Freundschaften noch etwas zu
pflegen, aber irgendwie freuten sich alle nach 9 erlebnisreichen Tagen
auch wieder auf das eigene Bett.
Text Andreas Jannusch, Fotos: Jugendfeuerwehr Schwanewede
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